
Milliardenübernahme: Bayer kauft bei Augenheilkunde zu
Bayer AG stärkt sein Ophthalmologie-Portfolio mit der Übernahme von Perfuse Therapeutics für bis zu 2,45 Mrd. US-Dollar. Im Fokus steht ein Phase II-Kandidat gegen Glaukom und diabetische Retinopathie mit Potenzial als krankheitsmodifizierende Therapie.
Der Leverkusener Pharma- und Agrarkonzern Bayer AG baut seine Pipeline in der Augenheilkunde mit einer milliardenschweren Übernahme aus. Für bis zu 2,45 Mrd. US-Dollar sichert sich das Unternehmen das US-Biotech Perfuse Therapeutics. Die Transaktion umfasst eine Vorabzahlung von 300 Mio. US-Dollar, während weitere Zahlungen an Entwicklungs-, Zulassungs- und Vermarktungsmeilensteine geknüpft sind.
Ergänzung einer Reihe von Akquisitionen
Der Kauf stellt die größte Akquisition von Bayer seit der Übernahme von AskBio für bis zu 4 Mrd. US-Dollar im Jahr 2020 dar. Nach AskBio kaufte Bayer Vividion Therapeutics für bis zu 2 Mrd. US-Dollar (die als 100%ige Tochtergesellschaft auch selbst weitereinkaufte) und KaNDy Therapeutics für bis zu 875 Mio. US-Dollar, wobei sich die jüngsten Deals des Unternehmens auf frühe Kandidaten konzentrierten, die noch nicht am Menschen getestet wurden.
Im Zentrum der Akquisition steht der Wirkstoffkandidat PER-001, ein Endothelin-Rezeptor-Antagonist in Phase-II-Entwicklung zur Behandlung von Glaukom und diabetischer Retinopathie. Bayer sieht in dem kleinen Molekül das Potenzial für eine krankheitsmodifizierende Therapie in Indikationen mit hohem medizinischem Bedarf und begrenzten Behandlungsoptionen.
Patentabläufe drängen Bayer zum Zukauf
Strategisch fügt sich der Zukauf in das bestehende Ophthalmologie-Portfolio ein, das bislang stark vom Blockbuster Eylea geprägt ist. Nach Patentabläufen gerät dieses Geschäftsfeld jedoch zunehmend unter Druck. Auch das Gerinnungsmedikament Xarelto hat seine Exklusivität verloren, was den Bedarf an neuen Wachstumstreibern erhöht.
Die Übernahme markiert zugleich eine Rückkehr zu größeren Transaktionen, nachdem Bayer infolge der kostspieligen Monsanto-Akquisition und daraus resultierender Rechtsstreitigkeiten finanziell eingeschränkt war. In den vergangenen Jahren hatte sich das Unternehmen daher vor allem auf frühphasige Beteiligungen konzentriert. Wenn der Monsanto-Fall bald einmal zu den Akten gelegt werden könnte, könnte Bayer im sich schneller drehenden M&A-Karussell auch wieder mitfahren und mitspielen. Mit Perfuse setzt Bayer nun offenbar verstärkt auf klinisch weiter entwickelte Projekte, um die eigene Pipeline zu stärken und mittelfristigere Umsatzpotenziale zu sichern.

Evotec SE
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